Leuchtturm Gottes

Hallo erstmal,

um euch direkt über den Titel des Artikels aufzuklären, dies war das Motto der Abimesse meiner Stufe. Auch wenn ich weder sehr religiös noch bibelfest bin, habe ich mich dazu entschieden bei der Vorbereitung der Messe zu helfen. Also habe ich eine kleine Meditation zu dem Thema geschrieben, die gut ankam. Dann haben wir beschlossen auch eine selbstgeschriebene Lesung zu nehmen. Habe mich daran gesetzt und beim ersten Versuch leicht am Thema vorbeigeschrieben *hust*, aber ich geb ja nicht so schnell auf also habe ich einen zweiten Versuch gestartet. Das wurde zwar auch nicht genommen, aber ich bin so ganz zufrieden mit meiner Arbeit, es hätte besser werden können, aber dann wäre es halt nicht mehr die Länge einer Lesung gewesen und vermutlich etwas zu ausführlich. Dachte mir ich teil den Text mal mit euch, dann bekommt ihr noch was von mir zu lesen:

Es war eine ruhige Nacht, in der Kapitän Richter mit seiner Mannschaft durchs Meer segelte. Vor einigen Tagen waren sie vom Kurs abgekommen, doch den Sternen zu Folge hatten sie ihn nun berichtigen können. Durch den Kursverlust waren sie einige Tage in Verzug gekommen mit ihrem Auftrag, deshalb mussten sie möglichst ohne Unterbrechung segeln. Es war zwar wahrscheinlich, dass sie eh zu spät kommen würden, dennoch wollten alle so schnell wie möglich ans Festland zurück. Das Leben auf See konnte gefährlich sein, es war immer ein Abenteuer, vor allem bei Nacht. Man musste sich voll und ganz auf die Sterne und sein Kartenwissen verlassen, nur ein erfahrener Kapitän konnte in dem schwachen Licht des Mondes segeln. Kapitän Richter war sehr erfahren, schon seit zwanzig Jahren segelte er und erreichte immer sicher sein Ziel. Trotz seiner Erfahrung ließ er das Schiff nur langsam durchs Meer gleiten, denn auch wenn er nun wieder auf dem richtigen Kurs war, das Leben der Mannschaft war wichtiger als jeder Auftrag und bei Nacht würde er dieses nur unnötig in Gefahr bringen, sobald er schneller fuhr. Noch einmal versicherte sich Kapitän Richter, ob er wirklich in die richtige Richtung reiste. Ihm war bewusst, dass er nicht auf dem eigentlich geplanten Weg war, aber sie fuhren dennoch in die richtige Richtung. Einst waren viele Schiffe auf dieser Seestraße unterwegs gewesen, doch aus ihm nicht bekannten Gründen war es nun kein geläufiger Weg mehr. Vor über sechzig Jahren waren die Letzten hier lang gesegelt. Kapitän Richter war diese Strecke also nur von Karten und Erzählungen bekannt. Er gähnte und dann sah er etwas, wovon er bis jetzt weder gehört noch etwas gesehen hatte. Am Horizont war ein Licht. Verwundert rieb er sich die Augen, dort schien ein Leuchtturm zu sein. Auf keiner Karte war dieser Leuchtturm eingezeichnet, geschweige denn eine Insel auf der er stehen könnte. Wo kam dieser Leuchtturm her? Behutsam stieß er seinen zweiten Steuermann an, der zu seinen Füßen am Schlafen war. Erschrocken fuhr dieser hoch.
„Sieh dir das mal an. Das sieht aus wie ein Leuchtturm.“, der Kapitän deutete in die Ferne. Verschlafen erhob sich der Mann, sah zum Horizont, dann zum Himmel und wieder zum Horizont:
„Ihr habt recht, es scheint wirklich als wäre dort einer, aber woher? Ich habe noch nie davon gehört, dass hier eine Insel sei.“
„Ich auch nicht.“, in der Stimme des Kapitäns lag ein Hauch von Angst, jedoch auch von Neugier.
„Was meinen Sie Käpt’n? Sollen wir an Land gehen oder lieber vorbei segeln?“
Richter zögerte:
„Wir legen an. Wenn dort eine Insel ist, dann möchte ich wissen, warum sie weder auf einer Karte eingezeichnet ist noch jemand von ihr erzählt.“
Also weckte der zweite Steuermann den Rest der Mannschaft, der geschlafen hatte und alle machten sich bereit zum Anker setzen. Vorsichtig tastete sich das Schiff voran in Richtung des Leuchtturms. Als es endlich nah genug war, machten sie halt und warfen den Anker raus. Das Schiff ruhte nun in den leichten Wellen, die es auf und ab trieben. Der Kapitän und vier weitere Männer machten sich bereit, um an Land zu gehen. Mit einem kleinen Ruderboot fuhren sie zur Küste und betraten den Strand.
„Männer, wir wissen nicht was uns hier erwartet, also seid auf alles gefasst.“, Kapitän Richter schritt allen voran.
„Wer ist da?“, eine Stimme ertönte und ein Lichtkegel erschien in der Dunkelheit.
„Mein Name ist Thomas Richter und dies sind vier meiner Männer: Stefan, Fred, Markus und Paul. Wir wollen nichts böses, wir hatten diese Insel nur auf keiner unserer Karten und…“, erschrocken verstummte er, „Ähm was haben Sie dort in der Hand?“
Ein alter Mann, vermutlich Ende sechzig, war näher gekommen und sah die Männer verwirrt an:
„Dies ist eine Taschenlampe… Seid Ihr noch immer hinter uns?“
„Hinter euch? Was meinen Sie damit?“
„Ich kann Euch erklären, warum ihr diese Insel nicht kennt. Es ist nun sechzig Jahre her, dass das letzte Mal ein fremdes Schiff hier in der Nähe war. Ihr habt Euch da wohl erneut von uns abgewandt, weil Ihr noch immer Angst hattet. Kommt doch erst einmal mit in meine Hütte, dann erzähl ich euch alles.“, der Mann bedeutete ihm zu folgen.
Zögernd standen die Männer da, nur Thomas machte einen Schritt nach vorne, er hatte auch Angst, doch seine Neugier war größer.
„Kommt ihr mit? Wir können uns doch wenigstens die Geschichte anhören.“
Noch immer sehr zögerlich folgten die Männer dem Fremden. In einer kleinen Hütte angekommen nahmen die sechs in einer kleinen Sitzecke Platz.
„Also zu erst einmal, ich bin Henry. Was ich euch erzählen wollte… Ihr müsst wissen diese Insel war in der ganzen Welt bekannt. Doch immer wieder wandte sich die Außenwelt von uns ab, weil wir Erfindungen hatten, die ihnen Angst machten, also fuhr man nicht mehr hier her. Die jüngeren Generationen erfuhren nichts von diesem Ort, bis wir wieder entdeckt wurden und das ganze wiederholte sich viele Male. Immer wieder wandte man sich aus Angst von uns ab. So wie Ihr Angst vor der Taschenlampe hattet, hatten eure Vorfahren Angst vor der Elektrizität, Ihr habt doch inzwischen Elektrizität?“
„Natürlich… Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand Angst vor der Elektrizität hatte.“
„Na ja… Dies ist auch etwas länger her, das war sogar noch vor meiner Zeit. Mir wurde nur erzählt, dass wir vom Rest der Welt abgeschnitten waren für die meiste Zeit und es keinen Kontakt mehr gab. Ab und zu kam auch mal ein Schiff her, dass sich verirrt hatte, so wie Ihr nehm ich an, doch oft passierte es auch, dass den Männer unsere Erfindungen zu wichtig wurden und sie hier blieben, aus Angst vor der Reaktion der Außenwelt. Was werdet Ihr tun? Hier bleiben oder die Erfindungen in die Welt tragen?“
„Wenn Eure Errungenschaften so wertvoll sind, dann darf man sie der Welt doch nicht vorenthalten. Wieso hat sich bis jetzt niemand getraut sich dieser Aufgabe anzunehmen?“
„Weil die Menschen egoistisch sind und viel zu viele Angst vor dem Unbekannten haben. Wenn Ihr es Euch zutraut ihre Angst zu besiegen, dann nur zu.“
„Die Welt sollte davon erfahren. Wenn sie uns wieder fortjagen, dann haben wir es wenigstens versucht.“, entschlossen stand der Kapitän auf.
Es war beschlossen, das Schiff würde Berichte, Erfahrungen und Erfindungen mitnehmen und verbreiten. Der Rest der Mannschaft wurde an Land geholt und die Bevölkerung der Insel zeigte ihnen mit Freuden ihre Errungenschaften. Nach einigen Wochen Aufenthalt stach das Schiff wieder in See, beladen mit jeder Menge neuer Dinge. Schon bald wurden die neuen Erfindungen auf der ganzen Welt verteilt und auch bald sogar hergestellt. Den einstigen Auftrag hatte Kapitän Richter schon längst vergessen, nun konzentrierte er sich nur noch darauf, von seinem Abenteuer zu berichten und den Menschen die Angst vor dem Unbekannten zu nehme.

Ach ja, bevor ihr denkt ich wäre böse, weil der Text nicht genommen wurde: Bin ich nicht. Das Schreiben hat mir Spaß gemacht und darauf kommt es doch an 😉 Ohne das Motto der Messe wäre ich nie auf die Ideen gekommen. Bevor ich den Text oben vollkommen als meine Idee hinstelle, meine Schwester hat mir da die Grundidee geliefert. 😛

Eure
Fissel

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