Abschied

Hallo erst mal,

es hat wohl jeder schon mal von irgendwem oder irgendetwas Abschied genommen. So ist es auch bei mir, ich habe jetzt mein Abitur und habe mich somit auch indirekt von vielen Mitschülern verabschiedet, natürlich werde ich einige auch so noch mal sehen, aber die Meisten seh ich vorerst wohl nicht mehr. Es ist schade, gar keine Frage, aber worauf ich in dem Beitrag hinaus will ist eigentlich eine andere Art von Abschied. Eine viel traurigere und viel viel blödere Variante.

Wie vielleicht einige schon gelesen haben, habe ich meinen Trainer/Vereinskameraden & Freund durch den Tod verloren… Noch immer versteh ich es noch lange nicht, aber ich wüsste auch nicht wie ich es verstehen sollte… Auf seiner Beerdigung habe ich mich gut von ihm verabschieden können und seit dem komme ich auch viel besser damit klar. Vor allem habe ich verstanden, dass er nicht gewollt hätte, dass wir den Kopf in den Sand stecken. Jeder trägt ein Stück von ihm in sich, der eine ein größeres als der andere und genau das lässt ihn weiter Leben!

Die Mutter einer Freundin hat nach seinem Tod gesagt: „Wenn einer geht, dann gehen insgesamt drei.“
Leider hat sie recht behalten. Zwei Wochen danach hat sich eine Bekannte das Leben genommen… Sie kannte ich nicht so besonders gut, eigentlich habe ich nur zwölf Stunden mit ihr am Stück geredet, nachdem man zufällig ins Gespräch gekommen ist. Ich habe jedoch gemerkt, dass sie mir sehr sympathisch war, schließlich bin ich nicht mit jedem den ich grade kennen lerne von 19Uhr bis 7Uhr morgens zusammen… Es war wirklich ein schöner Abend. Danach habe ich sie auch hin und wieder nochmal gesehen, aber da wurde dann nicht so viel geredet – leider. Obwohl ich sie nicht so gut kannte, tut es doch sehr weh, grade weil ich weiß, dass sie noch eine gute Freundin hätte werden können. Die Möglichkeit mich richtig zu verabschieden hatte ich leider nicht oder zumindest noch nicht. Ihre Beerdigung war nicht grade in der Nähe und auf die Verabschiedung konnte ich nicht gehen, da ich an dem Wochenende bei meiner Schwester war und mit ihr auf dem Metalfest an der Loreley. Das Metalfest hat auch total spaß gemacht und ich will es nicht missen, aber ich merke schon, dass ich mich gerne verabschiedet hätte… Auf dem Festival kamen mir dann auch einmal die Tränen, da Saltatio Mortis ein Lied spielte, dass sie mir an dem oben genannten Abend gezeigt hatte… Das hat mich schon etwas runtergezogen, aber es war dann doch genug Ablenkung da, um meine Laune wieder zu heben.
Danach dachte ich wirklich, dass ich nun damit „abgeschlossen“ hätte, aber heute während einer Autofahrt hab ich dann doch gemerkt, dass es wohl nicht so ganz der Fall war. Ich habe wie so oft bei den Liedern im Radio mitgesungen, auch wenn ich nicht gut singe, tu ich dies viel zu oft. Jedenfalls habe ich mir dann gedacht, dass es schon seltsam ist, dass ich mir soviele Liedtexte merken kann, da musste ich auch wieder an oben genannten Abend denken, da sie auch begeistert davon war, bei wie vielen Liedern ich doch mitsingen konnte…
Eigentlich versuch ich ja gar nicht darüber nachzudenken, weil ich es für das Beste erst einmal hielt, bis alles was länger her ist, aber das ist wie ich feststelle gar nicht mal so einfach… Wobei ich nicht so emotional werde, wenn ich einfach darüber nachdenke, aber wenn ich plötzlich an sie (oder auch an meinen Trainer, wobei es bei ihm wie schon gesagt nicht mehr so schlimm ist) erinnert werde, dann zieht es mich schon runter.

Die dritte Person kannte ich nun eigentlich gar nicht. Er war mein Nachbar, aber er war 86 Jahre alt. Sein Tod hat mich nun nicht so sehr getroffen, eben weil ich ihn kaum kannte, er schon alt war und es für ihn eine Erlösung war. Zudem war es diesmal kein Suizid…
Aber ich war auch bei seine Beerdigung, zugegeben zwar nur, weil ich noch einmal als Messdiener aushelfen musste, aber auch in der Messe standen mir die Tränen in den Augen. Abschied nehmen ist einfach mies, grade wenn in kurzer Zeit gleich mehrere gehen.

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich finde es immer kacke wenn man sich verabschieden muss, selbst wenn es nur ein harmloser Abschied, wie nach der Schullaufbahn ist. Nun muss ich aber zugeben, dass dieser Blogeintrag nicht nur dazu dienen sollte euch dies mitzuteilen, sondern mir auch helfen sollte mit der Situation doch mal abzuschließen. Bei meinem Trainer hat mir das Schreiben der Gedichte „In Gedenken“ und „Des Meisters Ruf“ auch sehr geholfen und ich bin einfach kein Mensch der gut über so etwas reden kann, deshalb schreibe ich lieber ein paar Worte…

Bei meinem nächsten Eintrag werde ich hoffentlich über etwas schöneres reden, was nicht ganz so deprimierend ist. Na ja Abschied nehmen gehört wohl einfach zum Leben dazu, so hart es manchmal auch ist.

Bis dann,

eure Fissel

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2 Gedanken zu “Abschied

  1. Manchmal kann einem das Schreiben helfen Dinge besser zu verarbeiten, ein sehr schöner Blogeintrag

    Liebe Grüße Phönix

    • Mir hilft das Schreiben in der Tat meistens sehr sehr gut, auch wenn ich beim Schreiben selbst immer etwas traurig werde, danach gehts dann immer besser 🙂

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