Weihnachten im Waisenhaus

Hallo erst mal,

heute ist wieder so ein Tag wo ich nicht weiß was ich schreiben soll. Eigentlich wollte ich mir schon gestern abend was überlegt haben für heute, aber ich war auf der Abschiedsparty im Wohnheim, da wir jetzt alle Urlaub haben bis ins nächste Jahr. 😀
Es ist zwar nicht wirklich spät geworden für mich, aber spät genug um dann nicht mehr überlegt zu haben… Und jetzt sitz ich hier zuhause im Wohnzimmer und starre auf meinen Bildschirm.

Aber es ist ja vermutlich allen bekannt, dass bald Weihnachten ist und ich habe reinzufällig eine Weihnachtsgeschichte parat, die ich euch nun zum Lesen geben werde.

Weihnachten im Waisenhaus

Es war kalt. Um nicht zu sagen sehr kalt, schließlich lag schon Schnee. Außerdem stand Weihnachten vor der Tür.
Im Waisenhaus freuten sich alle auf Weihnachten, alle außer Melissa. Sie war wahrscheinlich die einzige, die sich nicht freute. Trotzdem hoffte sie heimlich, dass sie endlich einmal eine neue Familie finden würde. Andererseits wusste sie genau, dass sie keine Familie finden würde, und genau aus diesem Grund konnte sie sich nicht freuen. Ihr Vater starb, als sie drei Jahre alt war und ihre Mutter wollte sie nie. Daher fand man sie vor zwölf Jahren, kurz vor Weihnachten, halb erfroren im Schnee. Ein junger Mann hatte sie gefunden und hatte Mitleid mit ihr, da er sie aber nicht hätte ernähren können brachte er sie ins Waisenhaus. Nun ist sie 16 Jahre alt und hat immer noch keine neue Familie gefunden. Eigentlich sollte dieses Weihnachten, genauso werden, wie jedes andere Weihnachten auch, zumindest dachte sie das.
Melissa! Beweg deinen faulen Hintern hier hin!“, hörte man eine gereizte Stimme durch das Waisenhaus rufen. Darauf folgte ein genervtes:
Ich komm ja schon.“, und Melissa stapfte die Treppe runter zur Küche.
Da bist du ja endlich. Ich habe dir schon vor einer halben Stunde gesagt, dass du helfen sollst Kekse für Weihnachten zu backen!“, maulte Nathalie die Leiterin des Heims, eine ältere, sehr launische Frau.
Melissa verdrehte die Augen, begann aber dennoch die Zutaten raus zu holen. Nachdem die Kekse fertig waren erlaubte Nathalie, Melissa in die Stadt zu gehen.
Auch wenn Melissa kein Geld hatte sich irgendetwas zu kaufen, genoss sie es endlich noch mal an der frischen Luft zu sein. Ein großer Weihnachtsmarkt war in der Stadt, aber sie war immer noch nicht in Weihnachtsstimmung, also machte sie einen großen Bogen um diesen. Etwas außerhalb der Stadt konnte sie dann endlich ihre Ruhe genießen. Melissa setzte sich auf eine Parkbank um die Aussicht genauer betrachten zu können. Vor ihr verlief ein Fluss und in der Ferne konnte man Wälder auf den Bergen erkennen. Alles war mit Schnee eingepudert. Sogar die kleine Brücke, die über den Fluss führte war nicht geräumt, sodass der Schnee dort nur einige wenige Fußstapfen vorzeigte. Ihr Blick blieb an einer Kiste, die unter der Brücke stand, hängen. Neugierig wie sie war stand sie auf und ging auf die Kiste zu. In der Kiste fand sie Kleider, schöne, wahrscheinlich teure, vornehme Kleider. Sofort kam ihr eine Idee, sie beschloss die Kleider vorerst dort stehen zu lassen. Also ging sie fürs erste wieder ins Heim, wo sie sofort mit Nathalie redete:
Ich möchte an Morgen noch einmal in die Stadt gehen, bitte.“
Da die Heimleiterin nichts zu widersetzten hatte, willigte sie ein, wenn auch nur widerwillig.
So beschloss Melissa früh ins Bett zu gehen und vorher noch zu helfen, wo sie konnte, damit sie auf jeden Fall morgen raus konnte.
Als der nächste Tag anbrach, stand sie früh auf, frühstückte und ging sofort in die Stadt und zu der Brücke. Sie hoffte, dass die Kiste noch da stand und als sie bei der Brücke war musste sie feststellen, dass sie Glück hatte. Im Laufschritt eilte sie dorthin und zog ihre Kleider aus und die anderen an. Nun vornehm gekleidet ging sie in die Stadt. Dort wurde sie von vielen gegrüßt und nicht wie sonst nur abweisend angesehen und geschubst. Dann passierte das unfassbare, ein gut gekleideter, nett aussehender Junge kam auf sie zu:
Guten Tage. Würden Sie mir vielleicht die Ehre erweisen und mich auf den heutigen Weihnachtsball begleiten?“
Melissa konnte ihr Glück kaum fassen, wie viel solche Kleider nur ausmachten. Sie nahm die Einladung des Jungen an, auch wenn sie ihn nicht kannte, aber sie hatte ja nichts zu verlieren. Also gingen sie gemeinsam auf den Weihnachtsball. Joshua, wie er sich vorgestellt hatte, war sehr höflich und konnte gut tanzen, auch wenn Melissa erst einige Versuche brauchte um den Bogen rauszubekommen. Die Zeit rann dahin und es wurde immer später. Melissa genoss die Zeit, wusste aber, dass sie früh genug zurück ins Heim musste. So kam es also dazu, dass sie sich um kurz vor acht hastig von Joshua
verabschiedete und so schnell sie konnte zur Brücke lief, sich umzog und dann direkt ins Heim eilte. Als sie dort ankam wartete Nathalie bereits auf sie:
Wo warst du so lange?“
Nervös versuchte sich Melissa eine Ausrede einfallen zu lassen, schließlich sagte sie:
Ich habe mich verlaufen.“
Verwundert schaute die Frau sie an:
Soso, du lebst jetzt schon so lange in dieser Stadt und verläufst dich immer noch? Ich wusste immer, dass aus dir nichts werden kann! Geh jetzt bitte auf dein Zimmer und Morgen gehst du nicht noch einmal in die Stadt!“
Eigentlich war es egal, dass sie nicht raus durfte, schließlich hatte sie an diesem Tag, den schönsten Tag ihres Lebens erlebt, dennoch wollte sie den Jungen wiedersehen. Sie beschloss einfach sich am nächsten Tag mit Jemand um die Einkäufe zu kümmern.
Der nächste Tag kam und Melissa ging mit den andern aus dem Heim, die zum Einkaufen eingeplant waren, in die Stadt. Dort angekommen erklärte sie ihnen, dass sie noch etwas zu erledigen hätte und bat sie an der Kirche zu warten und noch nicht ins Heim zu gehen. Melissa lief zu der Brücke und öffnete erneut die Kiste. Überrascht und gleichzeitig enttäuscht musste sie feststellen, dass die Kleider weg waren und nur ein Zettel im inneren lag. Im Heim hatte sie ein wenig Lesen gelernt und konnte daher, wenn auch nur mit Mühe lesen was dort stand:

„Liebe Melissa,
es mag jetzt vielleicht komisch klingen, aber ich habe nicht mehr lange zu Leben. Doch bevor ich sterbe, wollte ich noch einem Mädchen die Chance geben, mir einen sehr schönen Tag zu schenkeen. Also stellte ich diese Kiste mit den Kleidern auf, in der Hoffnung, dass ein Mädchen sie finden würde und wie ich plante, die KLeider anzog und mit diesen mir über den Weg lief, denn ich verbrachte von dem Tag an dem ich dieses Kiste aufstellte, jeden Tag in ihrer Nähe. Zwar wusste ich, dass mein Plan idiotisch war, aber ich musste es versuchen. Ich war sehr erfreut, zu sehen, dass mit dir endlich meine Chance auf einen letzten schönen Tag gekommen war. Und diesen schönen Tag hast du mir geschenkt. Dafür möchte ich dir danken. Vielleicht treffe ich dich noch einmal in der Stadt, bevor ich sterbe, dann werde ich dich in meine Arme schließen, als Zeichen meiner Dankbarkeit. Aber ich wünsche dir auch so ein langes, schönes Leben, damit du nicht auch wie ich viel zu früh sterben musst.
In Liebe
Joshua“

Mit Tränen in den Augen suchte sie noch einmal in der Stadt nach dem Jungen. Als sie ihn aber nicht fand, verließ sie die Stadt um ihr altes Leben hinter sich zu lassen.

So ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und dass ihr die Geschichte nicht für zu traurig haltet, wie die anderen die sie bis jetzt gelesen habe.

Eure
Fissel

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