Dinge, die jeder tut, aber niemand drüber spricht.

Hallo erst mal,

wir alle kennen es, wir alle machen es, aber niemand spricht darüber. So Dinge hat doch jeder, es geht einfach in das Verhalten ein, aber wenn man darüber nachdenkt, fragt man sich warum man das macht. Und eben weil man sich das fragt, traut man sich nicht mit anderen darüber zu reden. Man denkt „Oh Gott, dass ist doch voll peinlich!“ oder „Das darf ich niemandem erzählen!“.
Und dann tritt der ungünstige Zufall ein, dass man dabei beobachtet wird und wenn es nur die Katze oder der Hund ist. Womit ich nun die Liste beginnen werde:

1) Reden mit dem Haustier oder auch mit Gegenständen.
Mit dem Haustier reden, das geht ja noch in Ordnung, wobei darüber spricht man doch eher selten, wenn man es tut. Und mit Gegenständen… Naja wer kennt das nicht, man hat es eilig und muss noch schnell was ausdrucken und wer hat dann noch nie angefangen mit dem Drucker zu reden bzw. ihn anzufluchen? Dabei kann der Drucker doch auch nichts dafür, wenn man alles immer aufschiebt bis auf den letzten Drücker. Drucker haben auch Gefühle!

2) Sich eine Situation oder Gespräch vorstellen, wie es laufen sollte.
Also das ist sowas, was ich persönlich viel zu oft mache.. Ich weiß nicht wie oft ich ein Gespräch im Kopf durchspiele, natürlich mit dem perfekten Ergebnis und dann kommt es zu dem Gespräch. Der Gegenüber antwortet schon in seinem ersten Satz anders als erwartet… Was jetzt? Oh mein Gott, so hab ich das nicht geübt! Was sag ich jetzt?! Schießt zumindest mir dann immer durch den Kopf. Oft passiert folgendes:
Äääähhmmm – ja. Panisch suche ich vernünftige Worte und improvisiere schnell irgendwas. Oft verläuft es trotz anderer Planung aber besser, ich mein ich steh nicht immer wie ein vollkommener Idiot da – nur manchmal. Aber mal ganz ehrlich wie oft verlief eine Situation schon genau so wie ihr euch sie vorgestellt habt? Bei mir sage und schreibe null mal. 😛

3) Ich bin ein Superstar!
Man singt, man tanzt, man wird bejubelt, zumindest im Kopf. Ich würd jetzt nicht sagen, dass das etwas ist was sonderlich häufig auftritt, aber ich könnte wetten, dass sehr viele zumindest einmal in ihrem Leben dieses Gefühl hatten, wenn sie alleine und ungestört waren so ein richtiger Star zu sein. Plötzlich hat man ein Selbstbewusstsein so hoch wie der Mount Everest bis man realisiert, dass man das Sauerstoffgerät vergessen hat oder einfach wieder zurück in die Realität kommt. Früher hatte ich meine Superstar Momente öfter beim SingStar spielen (alleine in meinem Zimmer). Vor meinem Bett war die Bühne und ich bin immer voll abgegangen. Wenn man dann älter wird stellt man je nachdem fest: Man kann nicht singen.
Ja diese Erkenntnis hatte auch ich. Lass ich mich deshalb davon abhalten zu singen? Manchmal xD

4) Singen und tanzen beim Staubsaugen oder nur singen unter der Dusche
Jap ich singe und tanze beim Staubsaugen. Und ich bin bestimmt nicht alleine! Es macht die Arbeit einfach viel angenehmer und ich hab da immer wieder diesen kleinen Superstar Moment 😛
Und unter der Dusche singen, das kennt man ja. Das machen ja auch wirklich wirklich viele Leute. Jetzt muss ich aber mal einwerfen, dass ich ausnahmsweise nicht dazu gehöre! Unter der Dusche hab ich wirklich noch nie gesungen und wenn dann war’s nur ein Mal. (*hust* oder wenn ich einen Ohrwurm hab *hust*)

5) Sich vorstellen in einem Musikvideo zu sein
Man sitzt im Auto auf dem Rücksitz. Es regnet. Plötzlich kommt ein trauriger Song im Radio. Man sieht aus dem Fenster, lässt die Musik auf sich wirken und man verschwindet mit den Gedanken in sein eigenes Musikvideo.
Oder man ist auf einer Party. Ein Lied fängt an von dem man den Text genau kennt. Sieht einen Kumpel an und man beginnt gleichzeitig mitzusingen und passend zu tanzen.

6) Boah bin ich genial!
Man ist in Gedanken. Denkt über etwas nach. Wird philosophisch. Und plötzlich hat man es. Alles ergibt einen Sinn. Die Laune steigt ins unermässliche und man denkt, dass man einfach ultra genial ist. Ein Beispiel:
Ich bin im Dunkeln nach Hause gegangen, hab mich ein bisschen umgeguckt und dachte mir, dass es ja eigentlich gar nicht so dunkel ist. Dann hab ich mich gefragt, wieso man Angst vor der Dunkelheit hat, obwohl die gar nicht so dunkel ist… Und mir wurde klar, dass die Dunkelheit an und für sich gar nicht so schlimm ist, man hat höchstens davor angst, was in dieser Dunkelheit auf einen warten kann. Wenn man aber nicht so verkrampft ins Dunkle geht, dann sieht man viel mehr als wenn man eh schon vorher Angst hat. Und wenn du sehen kannst, dann siehst du auch, dass du (zumindest meistens) keine Angst haben brauchst.
Ja, da hab ich mich echt gefeiert. xD

7) Das Tropfenrennen
Besonders beliebt wenn man noch jünger ist, ist das Tropfenrennen. Es regnet. Meist sitzt man im Auto. Guckt das Fenster an. Sieht die Tropfen und sucht sich seinen Favoriten aus und dann hofft man natürlich, dass sein Favorit am Ende das Rennen gewinnt und als erster unten am Fensterrand angekommen ist.

8) Sich in Charaktere hineinversetzten
Man liest ein gutes Buch oder guckt eine gute Serie/ einen guten Film. Wie oft stellt man sich vor einer der Charaktere zu sein? Wie viel einfacher unser Leben manchmal wäre, wenn es wie im Film wäre: Seinen Traumpartner, einen guten Job und richtig gute Freunde finden und glücklich bis ans Lebensende leben. Wäre wohl zu einfach. Ich gehe mal davon aus, dass ich niemandem erklären muss, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und oft auch einfach ein Arschloch. Diese Einsicht hatten bestimmt alle schon mal, manche öfter, manche weniger oft, aber jeder kennt es. Und das ist der Punkt wo sich viele einfach in fiktive Welten flüchten ob das immer besser ist, ist jetzt fraglich, wenn man plötzlich heulend da sitzt, weil sein Liebling gestorben ist. Sowieso niemals vergessen, dass es auch noch die Realität gibt, so hässlich sie manchmal auch sein mag 😛

9) Vorm Spiegel stehen und sich denken „Man bin ich fett“
In dem Fall kann ich jetzt nicht sagen, ob Männer das auch machen, aber eins steht fest so ziemlich jede Frau hat diesen Moment schon mal gehabt. Man steht vorm Spiegel nur im BH oder hat das Oberteil hochgezogen, am liebsten dann noch nach dem Essen, streckt den Bauch noch etwas mehr raus und stellt schockiert fest, wie fett man doch aussieht. Dann beginnt das Einziehen, bis der Bauch so ist wie man ihn gern hätte. Lässt den Bauch wieder zurückschwabbeln, zieht in wieder ein und beschließt mehr Sport zu machen. Und in der Regel bleibt es dann an diesem Punkt stehen.

10) Inhaltsstoffe lesen
Die Industrie ist klasse, druckt uns immer Lesestoff auf alles drauf! Voll toll, da kann man immer beim Essen lesen, was man da tatsächlich isst (ob man das wissen will sei mal dahin gestellt). Und das tolle daran ist:
Es wird einfach nicht langweilig, egal ob man es schon 100mal gelesen hat. Wenn man unter der Dusche zum Beispiel nicht singt, einem aber dennoch langweilig ist, da kann man diese furchtbar spannenden Inhaltsstoffe des Shampoos lesen! Echt genial!

11) Warten auf eine Antwort
So als Bestandteil der Generation Smartphone musst ich den ja noch einbringen. Und ja, das hab ich leider auch schon gemacht. Leider, weil ich das eigentlich selbst schon sehr nervig finde. Man sitzt irgendwo rum und wartet auf eine Antwort oder allgemein auf eine Nachricht bei WhatsApp. An und für sich ja gar nicht so schlimm, bis man andauernd kontrolliert, wann der andere zuletzt online war. Und als hätte diese Anzeige ja nicht schon gereicht, wurden die blauen Häkchen erfunden und tada man konnt noch besser stalken und sich dementsprechend noch mehr ärgern, wenn keine Reaktion kommt. Klasse Erfindung! 😛

Fällt euch noch etwas ein, wo ihr denkt „Das macht doch echt jeder, aber darüber reden will niemand.“, dann ist jetzt eure Chance, schreibt in den Kommentaren was euch so einfällt und mal sehen wo eure Parallelen zu anderen liegen!

Soviel wieder von mir

Eure
Fissel

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7 Gedanken zu “Dinge, die jeder tut, aber niemand drüber spricht.

  1. Hey Fissel,

    ein toller Post, das meiste davon mache ich tatsächlich ab und zu. Wobei ich eher ein „Unter-der-Dusche-Rockstar“ bin als ein „Staubsauger-Starlet“. 😀
    Ich glaube, was auch jeder ab und zu mal macht, was aber wirklich niemand zugeben mag, ist das Selbstgespräche führen. Das klingt so verrückt. Und irgendwie bedauernswert. Aber ich gebe es zu: ich führe Selbstgespräche und das sogar ziemlich gern. Erstens ist das eine großartige Möglichkeit, die eigenen Gedanken zu ordnen, wenn man sie einfach mal laut ausspricht, auch wenn niemand außer einem selbst da ist, um es zu hören. Zweitens finde ich, dass ich selbst eine absolut anregende Gesprächspartnerin bin. 😀 Manchmal tarne ich das als Gespräch mit meiner Hündin, aber in den meisten Fällen ist es mir schlicht egal. 😀

    Da du schon das Mitsingen erwähnt hast: ich mache das auch gern mal in der freien Großstadt-Wildnis, wenn ich glaube, dass ich allein bin. Umso peinlicher ist es mir dann, wenn ich um die nächste Ecke biege und fast mit einem anderen Menschen zusammen pralle, weil ich genau weiß, dass diese Person mich gehört haben MUSS. 😀

    Und eins ist mir noch eingefallen: wenn ich mir irgendwelche Fernsehshows angucke, stelle ich mir manchmal vor, wie ich auf eine bestimmte Situation reagieren würde. Im Augenblick ganz aktuell stelle ich mir z.B. gern mal vor, was ich Heidi Klum und ihrer Jury bei „Germanys Next Topmodel“ zu sagen hätte oder auch den ganzen irren Weibsbildern, die da mitmachen. Und den Eltern, die das zulassen. Vermutlich sollte ich das ganze Format gar nicht gucken, weil ich so viel daran auszusetzen habe, aber gerade das Aufregen und Fantasieren darüber, wie ich allen Beteiligten ordentlich den Kopf waschen würde, macht mir Spaß. 😀

    Viele liebe Grüße,
    Elli

    • Oh ja Selbstgespräche führ ich auch dauernd, vor allem wenn ich allein in meinem zimmer bin, aber da muss ich dir recht geben man selbst ist echt ein guter Gesprächspartner 😀

      Also in der Stadt passiert es mir zum Glück seltener dass ich mitsinge, aber so beim Kellnern wenn nicht viel los ist ertapp ich mich auch öfter beim singen hinter der Theke. Wenn das einer mitbekommt würd ich am liebsten im erdboden versinken .__.

      Das mit den Shows passiert mir eher selten, wobei ich mich auch öfter ganz schön aufrege, aber dann schalt ich meist auch einfach um :p

      • Fein noch mehr Menschen, die Selbstgespräche führen! 😀
        Ich tue das auch manchmal.

        So und ich hab jetzt auch noch einen Punkt, ich oute mich jetzt quasi:
        Ich bin ein Mensch, der schrecklich schnell gelangweilt ist. Besonders bei Autofahrten (vorzugsweise auf der Autobahn). Man fährt alleine. Keiner da. Singen ist grad auch iwie nicht so das richtige. Und im Verkehr passiert auch nicht viel. Ich stell mir dann immer gerne vor, dass ich Geheimagentin o.ä. und auf einer Mission unterwegs bin. Ich verfolge dann immer eine bestimme Zielperson (ein wahllos ausgesuchtes Auto vor mir) und erstatte meiner Zentrale Bericht 😉

        So jetzt ist es raus. ^^

      • Also das mit dem Autofahren find ich echt mal mega witzig xDD das hab ich noch nie gemacht… Vielleicht probier ich das auch mal, auch wenn ich meist dann doch in singlaune bin :3

  2. Hey Fissel, cooler Post (wer hatte die geniale Idee dazu *hust* ?) Hahah, gerne noch einen Teil wenn dir noch ein paar Sachen einfallen.
    Was ich übrigens noch gerne mache (ohne oft darüber zu sprechen): Wenn ich jemanden auf What’s App einen Smiley schicke, dann mache ich unbewusst auch die selben Gesichtszüge wie der Smiley, auch wenn ich irgendwo in der Öffentlichkeit bin (was schon mal ziemlich peinlich sein kann) Zum Beispiel bei den hier: :O Während ich den tippe runde ich auch so meinen Mund und gucke leicht geschockt xD

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