Geschichte ohne Namen – Teil 3

Hallo erst mal,

wenn ihr das hier lest sitze ich vermutlich noch in der Vorlesung in Mainz. Diese Woche war meine erste Studiumswoche, davon werde ich bestimmt noch ein anderes Mal berichten. Da ich aber nicht weiß wie das aussieht in Mainz mit Internet und Beiträgen schreiben, da das am Handy immer so lästig ist, dachte ich bereite ich schon vorher diesen vor.

Und nun ja es gab ja schon länger keine Geschichte ohne Namen mehr, deshalb gibt es die heute, denn das ist supi zum Vorbereiten 😉

Viel Spaß beim Lesen 😀

Saltatia nahm sich ein Blatt und schrieb die Frage in die Mitte. Sie selbst hatte nie so besonders schlimme Erfahrungen mit Menschen gemacht, eine Schlägerei hier, ein Diebstahl da, aber ihres gleichen waren nicht unbedingt besser, immerhin hatte einer von ihnen versucht sie umzubringen. Warum hatte sie die Anwesenheit eigentlich nicht gespürt? Stumpften ihre Sinne vielleicht langsam ab auf das Niveau der Menschen? Konnte man das überhaupt so allgemein sagen? Immerhin hatte dieses Mädchen das Attentat früh genug erkannt. Vielleicht war das Mädchen auch eine von ihnen gewesen und vielleicht hatte Saltatia auch das nicht bemerkt. Nein, das konnte nicht sein, sonst hätte sie nicht gewollt, dass sie zur Polizei ginge. Aber wer war diese Mädchen dann? Eine weitere Frage, die auf ihrem Blatt landete. Plötzlich wurde sie von einem leisen Surren aus ihren Gedanken gerissen. Im Wohnzimmer öffnete sich ein Portal und ihr Mitbewohner schritt hindurch, in seinen Händen hielt er eine große Papiertüte, die randvoll mit allerlei Lebensmitteln war.
Oh hey, du bist ja schon zuhause!“
Rasputin, wieso benutzt du nie die Tür?! Dann würde ich mich wenigstens nicht immer so erschrecken.“
Tut mir leid. Es ist aber ja schon interessant, wie sehr du dich immer über Menschen aufregst, dich aber inzwischen schon total gut an sie angepasst hast.“, ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen, dann bemerkte er den Zettel:
„Was hast du denn da in der Hand?“
Saltatia knüllte das Blatt mit einer Hand zusammen, sie wollte nicht, dass er ihre Gedanken erfuhr:
„Nichts.“
Nun war er neugierig, er stellte die Tüte ab und kam zum Sofa:
„Zeig schon her.“
Nein!“, mit dem einen Arm versuchte sie Rasputin von sich zu halten, während sie die Hand mit dem Blatt so weit weghielt wie möglich. Mit vollem Körpereinsatz warf sich Rasputin auf seine Mitbewohnerin und nun bekam er endlich die Hand mit dem Papier zufassen und riss dieses an sich, anschließend sprang er wieder vom Sofa, rettete sich zum anderen Ende des Raums und entknüllte seine Beute.
Sind Menschen vielleicht doch nicht so schlimm? Und wer ist dieses Mädchen?“, verwirrt hatte er die beiden Fragen vorgelesen und sah zu Saltatia hoch.
Ich ähm…“
Du weißt schon, dass das komplett gegen deine Einstellung als Noctier spricht? Also du weißt ja, dass ich allgemein nicht viel von eurem Streit mit den Luctoren halte, aber wie kommt es, dass du plötzlich anzweifelst, was dir immer gelehrt wurde?“
Man hätte mich heute fast umgebracht, aber ein Mensch hat mich gerettet… Und ja ich weiß, dass meine Gedanken kurios sind. Sie sind mir ja selbst peinlich.“
Du bist wirklich der schlechteste Noctier, der mir ja begegnet ist.“
Ich bin ja nicht aus einer der ersten Generationen. Der Ursprung des Hasses auf die Menschen liegt ja schon viele Jahre zurück. Meine Urururgroßeltern fingen an Menschen zu töten, da hatte man grade erst diese Welt entdeckt.“
Rasputin fing zu lachen an.
Warum lachst du jetzt?“
Ich find’s nur witzig, wie du dich verteidigst, wo es mir doch eigentlich relativ egal ist. Ach und dein Argument, dass deine Urururgroßeltern den Hass begründet haben find ich amüsant. Der Hass liegt dir quasi im Blut, ist das nicht voll die Schande für deine Familie, wenn du jetzt zweifelst?“
Du bist ein Arsch. Weißt du eigentlich, wie ich mich als Nachfahre der großen Noctier fühle? Da machst du das nicht gerade besser!“, Saltatia stützte ihre Stirn gegen ihre Hand. Rasputin setzte sich neben sie, auch wenn er es etwas albern fand, merkte er wie sehr seine Freundin litt. Er legte seinen Arm um sie:
Hör mal… Du musst ja nicht gleich alle Menschen super finden, aber du musst sie ja auch nicht alle hassen. Ich mag bei Weitem auch nicht alle Menschen, aber manche sind gar nicht so übel. Man kann doch nicht eine ganze Rasse hassen, nur weil ein paar damit vor vielen Jahren angefangen haben. Worauf ich hinaus will ist, dass du dir einfach selbst ein Bild von den Menschen machen solltest. Ich mein du bist ja schon super an sie angepasst, sodass ich mich eh manchmal wunder, dass du dich überhaupt noch als Noctier betrachtest. Wie wäre es, wenn du dieses Mädchen, das dich gerettet hat, ausfindig machst und dich bei ihr bedankst, vielleicht lädst du sie einfach mal zum Essen ein, dann kannst du sie direkt was besser kennenlernen. Ich mein wie viele Menschen kennst du? Du arbeitest nur mit Noctiern und wohnen tust du mit mir und ich frag mich grade, was du eigentlich arbeitest…“
Ich glaube nicht, dass es als Arbeit für dich zählt… Außerdem habe ich da viel Kontakt zu Menschen!“
Ach wirklich? Was machst du bitte?“
Du kennst doch sicher diese Trickbetrüger in den Einkaufsstraßen…“
Saltatia, das ist jetzt nicht dein Ernst! Willst du mich verarschen?!“
Ich hab mir halt gedacht, so könnte ich die Menschen ganz gut studieren und ihnen in einem ein wenig schaden.“
Mir fehlen die Worte… Du solltest damit aufhören und dir richtige Arbeit suchen. Und du lädst dieses Mädchen zum Essen ein!“
Ich musste wenigstens etwas tun, was zumindest minimal zu einem Noctier passt und damit du zufrieden bist lad ich sie zum Essen ein. Eigentlich müsste ich sie morgen wieder im Bus treffen, ich glaube die fährt öfter mit mir.“

Ich hoffe es hat euch gefallen

So viel dann auch wieder von mir

Eure
Fissel

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