Schwules Museum Berlin

Hallo erst mal,

das Fisselchen hat sich vom Land in die große Hauptstadt begeben und dort eine Woche ihrer freien Zeit genossen. Eventuell schreib ich euch auch noch einen Reisebericht, ich weiß es nicht, hab theoretisch genug Zeit, aber ich fühle mich die meiste Zeit sehr blockiert zum Schreiben, leider. Allerdings will ich euch vom Schwulen Museum* berichten.

Vielleicht geht es euch jetzt so wie mir, als mir das Schwule Museum* empfohlen wurde und ihr fragt euch auch „Was kann man sich denn da angucken?“. Aber neugierig wie ich bin, bin ich einfach mal direkt dahin gefahren, um das rauszufinden und ich wurde nicht enttäuscht.
Erst mal zum Museum an sich: Es wurde 1985 in Berlin gegründet. Das * im Namen „Schwules Museum*“ steht einfach für die Vielfalt der sexuellen und geschlechtlichen Identitäten, da die LGBT Community wesentlich mehr umfasst, als nur Schwule, aber ich glaube wenn man das alles in dem Namen des Museums eingebaut hätte, dann wäre das Schild sehr groß geworden, weshalb man im Laufe der Zeit dann das * ergänzt hat.

Seit der Gründung zeigte das Museum rund 150 Ausstellungen z.B. über Oscar Wilde, Marlene Dietrich, Greta Garbo, Rosa von Praunheim oder Ludwig Wittgenstein. Ich selbst konnte mir die Ausstellungen „Tapetenwechsel“ und „Winckelmann-Das göttliche Geschlecht“ ansehen, wobei zweitere zum 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann stattfand. Der gute Herr Winckelmann erkannte die sinnliche-erotische Seite der klassischen Kunst und stößt damit einen neuen Diskurs zum Kanon des Schönen an. Zur Ausstellung „Winckelmann – Das göttliche Geschlecht“ wurde ein Begleitheft, das im Rahmen einer Workshopreihe der Johannes-Schule Berlin von Schülern, erstellt.
In diesem Heft findet man z.B. eine Darstellung der Entwicklung des Homosexuellen Ansehens, also dass es im römischen Reich toleriert und akzeptiert wurde, es dann aber im Mittelalter zur verfolgung von Homosexuellen kam, dann die postitive Entwicklung in den goldenen 20ern, was dann im dritten Reich ja wieder zunichte gemacht wurde bis Heute wo noch immer nicht überall die Gleichberechtigung erreicht ist und es vorallem noch genug Vorurteile gibt, auch wenn es besser wird.
Auch sehr interessant fand ich den Text „Lesben sind unnormal“, indem es darum geht, dass unnormal eigentlich kein abwertendes Wort ist, denn man sagt doch oft mit Stolz „ich bin nicht normal“. Oder wie im Text als beispiel genannt wird kann die Schuhgröße von jemandem „unnormal“ sein, wobei das ja nicht abwertend ist, aber die Größe 49 z.B. halt nicht sehr häufig vorkommt und damit aus den Normen rausfällt und damit ja unnormal wäre… „Normal“ oder „Unnormal“ ändert aber ja nichts an der Sache selbst.

Wenn man nicht weiß, dass mir die Sexualität von zwei Frauen genauso egal ist, wie die Schuhgröße meines Freundes, kann man mich allerdings schnell verurteilen, wenn ich behaupte Lesben seien unnormal.

In einem weiteren Text wird die Einteilung in Normal und Unnormal als absurd bezechnet, da das Leben und die Existenz sehr Vielfältig ist.

Doch ist es nicht wie in der Kunst, dass es kein richtig oder falsch gibt?

Die Ausstellung Tapetenwechsel beschäftigt sich mit der Veränderung, vor allem wo die eigentliche Sache „Homosexualität“ gleich bleibt, aber der Hintergund anders wird. So sieht man Bilder von den ersten CSDs oder Protesten bis zu aktuellen Bildern, wie die Legalisierung der gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland. Außerdem wird das Kernststück aus einer Gedenkausstellung für im KZ ermordete Homosexuelle gebildet, man findet dort auch Geschichten einzelner Personen aus dem dritten Reich.

Im Schwulen Museum* findet man außerdem im Archiv und in der Bibliothek eine ausfühliche Sammlung an Literatur und Videomaterial, leider war es mir aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich auch dort mal rein zu gucken.

Alles in allem muss ich sagen, dass das Schwule Museum* wirklich einen Besuch wert ist, vor allem wenn man Interesse an den genannten Themen hat. Ich fand es wirklich sehr interessant und würde jederzeit wieder rein gehen, sollte ich nochmal nach Berlin kommen. Wenn ich euer Interesse geweckt habe, könnt ihr ja mal auf der Homepage des Schwulen Museums* vorbei gucken und dort etwas stöbern oder wenn ihr aus Berlin oder der Umgebung seid, könnt ihr ja einfach mal vorbei fahren! 🙂

So viel wieder von mir

Eure
Fissel

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