Alles ist endlich – Teil 2

Hallo erst mal,

ich hoffe euch hat der erste Teil gefallen und wollt jetzt wissen wie es weiter geht. So und ohne viel Gerede vorweg lass ich euch direkt weiter lesen.

Viel Spaß beim Lesen:

Mir fehlten die Worte, mein Boss war ihr neuer Freund?! Dann würde sie meine Lüge sofort durchschauen. Was war das hier überhaupt für ein Spiel? Meine Frau hatte was mit meinem Chef, beziehungsweise meine Exfrau hatte etwas mit meinem Exchef? Das war ja wirklich wundervoll. Mein Leben zerbrach grade in tausend Stücke. Der kleine Funken, der noch einmal hatte auflodern wollen, war mit einem Mal erstickt worden. Der Spross meines Lebens würde wohl nie wieder blühen. Die Frau, die Kinder, das Haus, die Arbeit – alles weg. Ich ging an der Frau, die mir grade das Herz aus der Brust gerissen hatte vorbei, zu meinem Arbeitsplatz. Dort packte ich die paar Sachen zusammen, die ich mitnehmen wollte und zog meinen Schwarzen Stoffmantel an. Ich warf alles in eine kleine Kiste und verließ dann das Büro. Im Flur war es vollkommen leer und auch im Aufzug begegnete ich niemandem. Wieso auch? Alle anderen arbeiteten schließlich noch. Ich verließ das Gebäude und trat auf die Straße. Noch immer regnete es und der Wind wirbelte das letzte Laub von den Bäumen. Es war Mitte Herbst und das Wetter wurde immer ungemütlicher. Der November würde schnell vorbei sein und dann war es Dezember. Weihnachten rückte immer näher, das erste Weihnachten, dass ich allein feiern würde. Das gesamte letzte Jahr war ein Reinfall gewesen. Immer öfter hatte ich mich mit meiner Frau gestritten, immer unzufriedener war ich mit der Arbeit geworden und einfach nichts hatte klappen wollen. Nun hatte dieses grauenvolle Jahr seinen Gipfel erreicht. Ich hatte nichts mehr. Nichts zu verlieren, nichts wofür es sich lohnen würde zu kämpfen. Kalt blies mir der Wind um die Ohren und ich beschloss mich endlich in Bewegung zu setzen. Ich konnte auch während ich ging feststellen, wie sinnlos alles war. Wie jeden Tag, wenn ich von der Arbeit zurück kam, ging ich über die Brücke, die über die Schienen führte. In der Mitte der Brücke blieb ich stehen. Ich folgte den Schienen aus der Ferne bis unter die Brücke. Wie hoch war die Brücke eigentlich? Vielleicht sechs oder sieben Meter. Für einen Architekten war ich wirklich schlecht im schätzen. Doch eins stand fest, wenn ein Zug kam, dann würde man den Sturz nicht überleben… Ich stellte die Kiste ab und ging näher an den Rand. Zitternd stützte ich mich mit den Händen auf dem Geländer ab und stellte einen Fuß auf den untersten Balken.
Wenn ich es wirklich wagen würde, dann war ich von meinem jämmerlichen Dasein erlöst, alles hätte ein Ende und niemand würde mich vermissen. Eine Zukunft würde es für mich nicht mehr geben. Was wollte ich auch mit der Zukunft, wenn ich mir die Vergangenheit so sehr zurück wünschte? Eigentlich würde alles mit nur einem Sprung einfacher werden. Mich noch immer am Geländer festhaltend, stellte ich auch meinen anderen Fuß auf den Balken.
Wollen Sie das wirklich?“, eine ruhige Stimme drang zu mir durch.
Mein Kopf schnellte herum. Hinter mir war ein älterer Mann heran getreten. Seine Kleidung war herunter gekommen, seine Haare fettig und verfilzt und sein ganzer Körper wirkte ungepflegt. Vor sich schob er einen Einkaufswagen, der mit einigen Dingen, unter anderem Alkohol und einer Decke gefüllt war.
Bleiben Sie stehen oder ich springe!“
Ich glaube nicht, dass Sie das wirklich wollen.“
Woher wollen Sie das wissen?“
Oh… Naja, ich weiß es nicht. Wie könnte ich es mir auch anmaßen so etwas zu wissen? Ich sprach nur von glauben. Und ich glaube nicht, dass Sie das tun wollen.“
Aber ich will! Ich will es wirklich! Mein Leben ist ein Scherbenhaufen, aber gleich ist es vorbei!“, ich merkte wie meine Stimme hektischer, gar nervöser wurde.
Wenn Sie es wirklich wollen, dann springen Sie. Ich kann Sie nicht davon abhalten und das werde ich auch nicht. Sie sollten sich nur einmal die Frage stellen, ob Sie es wirklich aus ganzem Herzen wollen, sich dies ersehnen und es keinen anderen Weg mehr gibt, ihren Scherbenhaufen auf zukehren und wieder Ordnung zu schaffen.“
Wer sind Sie noch gleich?“, ich zögerte. Irgendetwas faszinierte mich an diesem Fremden, der so plötzlich aufgetaucht war.
Ich? Ich bin ein niemand. Leute, die an so etwas wie Namen festhalten nennen mich Frank. Doch was spielt das hier für eine Rolle? Es geht hier um Sie. Wieso wollen Sie springen? Was ist passiert, dass Sie so etwas tun wollen?“
Meine Frau hat mich verlassen. Sie hat mir alles genommen, das Haus, die Kinder… Nun schläft sie mit meinem Chef, dass heißt… Sie schläft mit dem Mann, der mich soeben gefeuert hat.“, meine Hände krallten sich fester an das Geländer.
Das klingt in der Tat hart. Ich kann das verstehen…“
NEIN! Niemand kann das!“, meine Stimme war fest und gewann wieder an Entschlossenheit.
Ich weiß, dass ist eine dumme Redewendung, eine Floskel, die zu gerne verwendet wird, wenn Jemandem etwas schlimmes widerfahren ist. Doch wie oft passiert es, dass jemand einen wirklich versteht? Das ist selten, da gebe ich Ihnen Recht. Aber ich kann Sie wirklich verstehen. Ich mein sehen Sie mich an. Ich sitze auf der Straße. Materiell hab ich alles verloren. Meine Frau ist schon lange fort, hat die Gelegenheit genutzt als ich meinen Job verloren habe, weshalb ich dann nach einiger Zeit auch das Haus und alles aufgeben musste. Der Arbeitsmarkt ist das reinste Grauen, doch das meine Frau mich damals verlassen hat, dass war mein größtes Leid. Geld, Häuser, Arbeit… Alles Dinge, die zum Luxus gehören, Luxus, den ich nicht möchte, wenn das die einzigen Dinge sind, auf die noch wert gelegt wird. Was ist mit Charakter? Mit Freude und ich meine auch die kleinen Freuden? Die Dinge, die das Leben ausmachen sollten… Was ist mit denen? Ich kann nicht leugnen, dass es mir nicht schon genauso ging wie Ihnen jetzt. Ich stand auch schon dort, wo Sie nun stehen – am Rande zum Tod. Wie oft ich darüber nachgedacht habe, einfach zu springen oder wie oft ich schon den Strick in der Hand hielt. Nie konnte ich es durchziehen. Ich glaubte entschlossen zu sein und wie ich das glaubte, doch wieso habe ich es nie geschafft? Eine Frage, die ich mir heute noch oft stelle, um ehrlich zu sein… Doch ich habe erkannt, dass das Leben soviel mehr ist, als Vermögen. Meine Frau hatte das damals nicht erkannt, weshalb ich sie nun bemitleide. Natürlich tut es weh, die Liebe zu verlieren, denn Liebe ist wichtig, gar keine Frage. Und dieser Schmerz wird noch eine Weile bleiben, aber auch er ist endlich und Sie werden lernen neue Dinge zu lieben. Dinge, die Ihrem Leben wieder einen Sinn geben. Vielleicht werden Sie noch öfter hier stehen. Vielleicht werde ich dann nicht da sein. Und vielleicht werden Sie letzten Endes doch springen… Aber ich möchte, dass Sie wissen, was Sie dort tun.“, er sprach noch immer mit dieser ruhigen Stimme und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Und auch das war noch nicht das Ende, es wird noch einen letzten Teil geben, aber auch in nicht allzu ferner Zukunft. Ich hoffe ihr werdet auch den noch lesen 🙂

So viel dann wieder von mir

Eure
Fissel

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